In Österreich sind Verkaufsfahrten – oft auch „Gaitouren“ genannt – seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil vieler Bäckereien. Täglich fahren Verkaufsfahrzeuge feste Routen und versorgen ihre Stammkunden direkt vor Ort.
Allein in Österreich betreiben schätzungsweise rund 300 Bäckereien solche Touren – meist mit ein bis drei Fahrzeugen pro Betrieb. Diese Verkaufsfahrten leisten einen wichtigen und stabilen Beitrag zum Gesamtumsatz.
Bis zu 80 Stammkunden pro Tour und Tag
Eine typische Verkaufsfahrt umfasst:
- etwa 60 bis 80 Stopps täglich
- durchschnittlich rund 10 € Umsatz pro Stopp
Damit ergibt sich ein täglicher Umsatz von:
600 bis 800 € Umsatz pro Tour
Auf das Jahr gerechnet entspricht das bis zu:
Bis zu 200.000 € Umsatz pro Fahrzeug und Jahr
Verkaufsfahrten sind damit für viele Bäckereien ein wirtschaftlich bedeutender Vertriebskanal.
Verkaufsfahrten basieren auf festen Gewohnheiten und Vertrauen
Die Besonderheit dieser Touren liegt vor allem in ihrer Struktur. Viele Kunden sind langjährige Stammkunden im ländlichen Raum – häufig ältere Personen. Der Besuch des Verkaufsfahrzeugs ist oft ein fixer Bestandteil ihres Tagesablaufs.
Die Fahrerinnen und Fahrer kennen ihre Kunden persönlich – und die Kunden kennen ihre gewohnte Ankunftszeit sehr genau.
Pünktlichkeit ist entscheidend
Die Stopps erfolgen meist täglich zur gleichen Zeit. Schon kleine Abweichungen werden bemerkt.
Kommt ein Verkaufsfahrzeug beispielsweise 20 Minuten später als gewohnt, wird dies von den Kunden oft direkt angesprochen.
Die Zuverlässigkeit der Route ist daher von zentraler Bedeutung.
Die Reihenfolge der Stopps ist meist über Jahre gewachsen
Viele Touren bestehen seit langer Zeit und wurden laufend angepasst. Dabei entstehen feste Strukturen:
- fixierte Reihenfolgen
- bestimmte Zeitfenster
- gewohnte Abläufe
Manche Stopps lassen sich nur schwer verschieben, da sie an bestimmte Zeiten gebunden sind – zum Beispiel:
Ein großer Teil des Wissens befindet sich nur im Kopf der Fahrer
Neben der Route selbst existiert eine Vielzahl an Detailinformationen, die nur den Fahrerinnen und Fahrern bekannt sind.
- Lieferung in der Garage
- Sackerl vor der Haustüre bereitstellen
- Fixbestellungen bestimmter Kunden
- Hupen bei Ankunft
- oder Hinweise wie „Achtung: bissiger Hund“
Dieses Wissen basiert auf jahrelanger Erfahrung – ist jedoch oft nicht dokumentiert.
Vertretungen sind dadurch oft schwierig
Wenn ein Fahrer ausfällt, entsteht eine Herausforderung. Das gesamte Wissen über die Tour befindet sich meist nur bei einer Person.
Vertretungen haben dadurch erschwerte Bedingungen und müssen sich viele Informationen mühsam erarbeiten.
Digitale Unterstützung schafft erstmals vollständige Transparenz
Moderne Software ermöglicht es, dieses Wissen vollständig zu erfassen und zentral verfügbar zu machen.
Dabei können gespeichert werden:
- feste Reihenfolgen
- Öffnungszeiten und Zeitfenster
- Hinweise pro Kunde
- wiederkehrende Bestellungen
So bleibt die gewohnte Struktur erhalten und gleichzeitig wird Transparenz geschaffen.
Das gesamte Wissen bleibt langfristig erhalten
Durch die Dokumentation der Tour wird es einfacher:
- Vertretungen einzusetzen
- neue Fahrer einzuschulen
- den Überblick über die Route zu behalten
Fazit: Verkaufsfahrten verbinden Tradition und wirtschaftliche Bedeutung
Verkaufsfahrten sind ein wichtiger Bestandteil vieler Bäckereien in Österreich. Sie basieren auf Vertrauen, festen Abläufen und persönlicher Beziehung zu den Kunden.
Digitale Lösungen ermöglichen es erstmals, dieses Wissen vollständig zu sichern und langfristig nutzbar zu machen.
