Verkaufstouren in Bäckereien: Oft gewachsen statt geplant

Viele Verkaufstouren in Bäckereien sind nicht das Ergebnis einer bewussten Planung – sondern über Jahre hinweg gewachsen.

Bestehende Kunden werden erweitert, neue Stopps kommen dazu, kleine Anpassungen werden vorgenommen. Die Tour entwickelt sich Schritt für Schritt weiter – eine vollständige Neuplanung findet jedoch selten statt.

Stattdessen organisiert der Fahrer seine Route selbst und passt sie laufend an.

Eine typische Verkaufstour in der Praxis

  • bis zu 80 Kunden pro Tag
  • etwa 6 Einsatztage pro Woche
  • durchschnittlich rund 10 € Umsatz pro Stopp

Zusätzlich entstehen:

  • etwa 2 km Strecke zwischen den Stopps
  • rund 3 Minuten Aufenthalt pro Kunde (zuzüglich Fahrzeit)

👉 Schon kleine Ineffizienzen wirken sich direkt auf Zeit, Strecke und Umsatz aus.

Verkaufstouren entstehen im Alltag – nicht am Reißbrett

In der Praxis wachsen Touren über viele Jahre hinweg.

  • ein Nachbar sieht das Fahrzeug und wird aufgenommen
  • ein zusätzlicher Stopp wird kurzfristig ergänzt
  • Änderungen werden teilweise handschriftlich festgehalten

So entsteht eine Tour, die funktioniert – aber selten vollständig durchdacht geplant wurde.

Typische Probleme bei gewachsenen Verkaufstouren

  • unnötige Umwege
  • Stopps, die weit auseinander liegen
  • doppelte Wege innerhalb einer Tour
  • Überschneidungen zwischen mehreren Fahrern

Besonders bei mehreren Fahrzeugen fehlt oft die Abstimmung zwischen den Touren.

Schwache Stopps bleiben oft bestehen

  • Kunden kaufen nur noch selten
  • Stopps bringen nur wenige Euro Umsatz
  • Kunden sind nicht mehr aktiv

Trotzdem bleiben diese Stopps oft Teil der Route.

Der Grund: Entscheidungen erfolgen meist nach Gefühl – nicht auf Basis von Daten.

Kleine Ineffizienzen haben große Auswirkungen

Schon wenige ineffiziente Stopps machen sich deutlich bemerkbar.

Wenn beispielsweise 5 Kunden auf Urlaub sind oder nicht anwesend sind, aber weiterhin angefahren werden, entsteht täglich ein Zeitverlust von rund 25 Minuten.

Auf das Jahr gerechnet entspricht das:

  • über 120 Stunden verlorener Zeit
  • mehr als 3 Arbeitswochen eines Fahrers

Diese Zeit könnte genutzt werden, um zusätzliche Stopps zu bedienen:

👉 rund 15.000 € zusätzliches Umsatzpotenzial pro Jahr

Auch kleine Stopps wirken sich aus:

  • rund 50 Stunden Aufwand pro Jahr
  • bei nur etwa 1.800 € Umsatz

👉 In Summe entstehen so mehrere tausend Euro Kosten pro Jahr – ohne dass es im Alltag auffällt.

Erfahrung des Fahrers kaschiert die Ineffizienz

Viele Verkaufstouren funktionieren im Alltag, weil der Fahrer sie ausgleicht.

  • Abkürzungen
  • effiziente Abläufe
  • Kundenverhalten

👉 Die Erfahrung des Fahrers kaschiert oft die eigentlichen Schwächen der Tour.

Veränderungen sind im Alltag schwer umzusetzen

  • hoher Aufwand für eine Neuplanung
  • fehlende geeignete Werkzeuge
  • neue Routen müssen erst gelernt werden
  • bestehende Abläufe haben sich „bewährt“

„Die Route passt eh – die haben wir über die Jahre optimiert.“

Fehlende Transparenz als zentrales Problem

👉 Der Fahrer kennt seine Tour – aber der Betrieb kennt sie nicht vollständig.

  • keine zentrale Dokumentation
  • kein Überblick über alle Touren
  • keine objektive Bewertung von Strecke und Umsatz

Oft kennt der Inhaber die eigenen Verkaufstouren nicht im Detail.

Fazit

Verkaufstouren funktionieren im Alltag – sind aber selten strukturiert geplant.

Schon kleine Ineffizienzen haben spürbare Auswirkungen auf Zeit, Strecke und Umsatz. Viele dieser Schwächen bleiben unentdeckt, weil sie durch Erfahrung ausgeglichen werden.

👉 In vielen Verkaufstouren steckt deutlich mehr Potenzial, als auf den ersten Blick sichtbar ist.

Wenn Sie einen Überblick darüber bekommen möchten, wie Ihre eigene Verkaufstour strukturiert ist und wo Potenziale liegen, lohnt sich oft ein Blick auf die Tour als Gesamtsystem – nicht nur auf einzelne Stopps.

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